wie der name schon sagt : schneeleopard

Auf AugenhöheEinen Irbis in freier Natur zu sehen ist nur wenigen Menschen vergönnt.
Wenn man nicht gerade Dokumentarfilmer bzw. -fotograf ist, oder in der Nähe seines Lebensraumes in Zentralasien lebt, dann dürften sich Begegnungen mit lebenden Exemplaren auf Zoo und Tierparks beschrän- ken. Dort kann man diese sehr schönen Großkatzen in aller Ruhe betrachten – Meist beim Schlafen, da sie tendenziell Dämmerungs- bzw. Nachtaktiv sind.
So werden dann viele von uns mit dem Bewusstsein nach Hause gehen, dass sie einen Schneeleoparden aus nächster Nähe gesehen haben, mehr aber auch nicht. Es gibt  aber durchaus schlechtere Erlebnisse 😉

Im Winter 2005/’06 konnten wir aber ein kleines (wirklich sehr kleines) bisschen erfahren, wie das Gefühl sein muss, Uncia uncia in freier Wildbahn zu sehen.
Unser Erlebnis bahnte sich Mitte 2005 an, als in der Stuttgarter Wilhelma ein junger Schneeleopard (Eine „Sie“) geboren wurde. Laura, so der Name welchen sie bekam, nutzte ihre anfänglich geringe Körpergröße, um sich durch Löcher des Zaungitters nach „draussen“ zu bewegen und die Gegend zu erkunden. In den Sommer- und Herbstmonaten haben wir davon eher weniger mitbekommen, da wir bevorzugt das Winterhalbjahr für Ausflüge in die Wilhelma nutzen.

Die letzten zwei Wochen im Dezember des Jahres 2005 hatten es dafür in mehrfacher Hinsicht in sich. Es gab lange Frostphasen mit Tem- peraturen, welche auch vormittags an -10°C heran reichten. Und…. Es gab Schnee!
An einem dieser kalten, aber klaren und sonnigen Morgen, waren wir einige Stunden „alleine“ mit dem kleinen Schneeleopard.

Sie stahl sich wieder aus ihrem Käfig und fühlte sich sichtlich wohl dabei, im Schnee herumzutollen. Auf dem Programm stand  dabei häufig „Anschleichen an alles Mögliche“, was nicht selten dazu führte, dass der anschliessende Beutesprung im Deseaster endete….

Schneeleopard beim anschleichen Absturz

 

 

 

 

Der, für uns absolute, Höhepunkt dieser Spiele war, als sie quasi das Schlittenfahren für sich entdeckte. Wenn wir das nicht selber gesehen hätten, würden wir es wohl auch kaum glauben 🙂
Hinter ihrem Käfig gibt es ein deutliches Gefälle. Sie lief in den oberen Bereich (welcher leider hinter dem Käfig liegt und somit fotografisch nicht gut erschlossen werden kann), legte sich dort auf den Rücken und klemmte den Schwanz zwischen ihre Pfoten.
So rutschte und kugelte sie den Hang hinunter, um  sich dann am  Ende dieser „Schlittenfahrt“ wieder zu sammeln und sofort nach oben zu laufen, um die Aktion zu wiederholen – Herrlich anzuschauen!

Schlittenfahrt Kugelblitz
Ende der Schlittenfahrt Junger Schneeleopard beim spielen

 

 

 

 

 

 

Alle Bilder entstanden im morgendlichen Gegenlicht mit einem Nikon AF-S 70-200/2.8 VR an einer Nikon D2x bei voller Blendenöffnung, bzw. einen Schritt abgeblendet.

Um abschliessend nochmals zu dem Thema „freie Wildbahn“ zu kommen. An diesem Tag haben wir bemerkt, wie groß der gefühlte Unterschied ist, wenn man so ein Tier ohne Barrieren zu sehen bekommt. Selbst wenn es nur ein „Ausbrecher“ in einem Zoo ist.
Besonders stark war dieses Gefühl, als wir bemerkten, dass sie auf uns zulief und uns aus ca. 2m Entfernung musterte.
Wenige Wochen später sahen wir eine Dokumentation über einen Dokumentarfilmer mit Team, welches mehrere Jahre lang versuchte diese Tiere am Himalaya zu filmen. Er musste nach erfolglosen Jahren aus gesundheitlichen Gründen abbrechen während seinem Team dann erste, spärliche Aufnahmen gelangen über welchen das Team in Begeisterung ausbrach.
Mit derartigen Eindrücken kommt man sich mit seinen eigenen Aufnahmen aus einem Zoo wieder sehr klein vor. Ein schönes Erlebnis war es trotzdem 😉

2 Antworten auf „wie der name schon sagt : schneeleopard“

  1. Da sind Ihnen unglaubliche Aufnahmen gelungen. Ich konnte mir
    ein Lachen nicht verkneifen. Meiner Frau erging es ebenso.
    Ich wäre an diesen Fotos als Referenzmaterial für ein Ölgemälde
    interessiert.(Insb.“Rückenlage“)
    Sollte Ihrereseits Interesse bestehen, würde ich mich über eine
    Antwort freuen.

    Mit freundlichem Gruß
    Werner Magath

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